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Pinot Noir - Spätburgunder
Nach neuesten genetischen Untersuchungen stammt die rote Rebsorte von einer natürlichen Kreuzung zwischen Traminer und Schwarzriesling (Pinot Meunier) ab. Daraus sind dann durch Mutationen die genetisch identischen Sorten Ruländer (Pinot Gris) und Pinot Blanc (Weissburgunder) sowie auch Blauer Arbst, Frühburgunder und Pinot Liébault entstanden.
Aus einer natürlichen Kreuzung des Pinot Noir mit einer Sorte der Familie Heunisch resultierten dann viele weitere Burgundersorten wie zum Beispiel Aligote, Auxerois, Chardonnay, Melon de Bourgogne und Morillon.
Charakteristisch für den daraus gekelterten Wein ist eine intensive, leuchtend rubinrote Farbe mit violetten Nuancen und ein fruchtig-beeriges Bouquet. Die Farbe der jungen Weine kann von einem kirschrot bis einen helleren Aubergineton reichen, die sich im Alter eventuell in Brauntöne verwandelt.
Der Geschmack ist vollmundig, körperreich und harmonisch hinsichtlich Säure- und Tannin-Gehalten. Das Aroma weist einen sortentypischen Ton nach zart-herben Bittermandeln auf. Primäre Fruchtaromen: Gewürze, Kräuter, Kirsche, Erdbeere, Himbeere, Veilchen, parfümiert, Pflaume und Rhabarber. Im Alter entwickelte Duftnoten: erdig, nach Wild riechend, Tabak und Pilze.
Das Blatt der Rebe ist schwach 3lappig, meist kaum eingeschnitten, Fläche wellig-blasig, konvexzähnig, Stielbucht V-förmig offen. Trieb: mit stark weißwollig behaarter Spitze; Knoten rosa, kurze Internodien. Holz dünn, rotbraun, Knoten braun, gut ausreifend. Die Traube mittelgross, walzenförmig, kompakt. Beere blauschwarz mit Wachsbelag, Saft farblos, länglich (u.U. deformiert), schwach bukettiert. Späte Blütezeit.
Pinot Noir (rot) weltweit "nur" 62.000 ha Rebfläche
Frankreich: In der Champagne bedeckt der Pinot Noir mit ca. 25'800 ha rund 30% der Rebfläche. Dort wird er weiss gekeltert (dies nennt man Blanc de noirs) und ist neben den beiden Sorten Pinot Meunier und Chardonnay wichtigster Bestandteil feinster Champagner. Insgesamt dürften in Frankreich ca. 12'000 ha mit Pinot Noir - Reben bestückt sein. In Deutschland erreicht die Rebsorte mit knapp 7,500 Hektar und ca. 8% der Gesamt-Rebfläche den ersten Platz unter den roten Sorten und ist besonders in den Weinbaugebieten Ahr, Baden (grösster Anteil mit über 5.000 Hektar), Pfalz, Rheinhessen und Württemberg verbreitet. In der Schweiz belegt sie beinahe einen Drittel der Rebfläche (rund 4.100 ha). In der Westschweiz ist der Pinot Noir Bestandteil des Dôle. in Österreich beträgt der Anteil mit über 400 Hektar nur weniger als 1%. In Italien gibt es Bestände (ca. 3'500 ha) vor allem im Norden und Rumänien kultiviert Pinot noir auf ca. 1500 ha Rebfläche.
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